Für einmal haben wir uns entschieden eine etwas längere Tour zu fahren. Diese Bike-Tour führte in die alte Heimat von Roger: Fischenthal, der Anfang des Tösstales. Ob wir die „Wand“ Wolfsgrueb meistern konnten oder nicht, erfährt du im Beitrag.

Route: Rüti – Hiltisberg – Wald – Hueb – Ghöch – Steg – Wolfsgrueb – Wald – Rüti
Kilometer: 43,15
Höhenmeter: 1369
Highlight: Singletrail zum Ghöch
Lowlight: Aufstieg zur Wolfsgrueb

Angenommen, Du (Wir Biker sind per se per Du) hast Dir ein hohes Ziel gesteckt. Das höchste ever. Aber Du verpasst es haarscharf. Wie fällt Deine Reaktion aus?

A) Du schmollst, bist stinksauer. Und Du schämst Dich abgrundtief.
B) Du nervst Dich, weil Deine Ziele immer zu hoch und quasi unerreichbar sind
C) Du hälst Dich für weise, weil Du im richtigen Moment aufhören konntest
D) Du platzt trotzdem fast vor Stolz, weil Du mehr erreicht hast als je zuvor

Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, das Wasser vom Öl, die Wurst von der Haut. In diesem Moment entscheidet sich, ob Du einfach ein Biker bist oder ein «Biker mit Gspüri». Wenn sowohl Deine Beine wie auch Dein Kopf «Es reicht!» schreien und Du Deine Grenzen längst pulverisiert hast, dann brauchts ein In-Sich-Hineinhorchen. Ein Nachfragen in allen Regionen Deines Körpers, ob es irgendwo noch nicht weh tut. Bekommst Du als Antwort ein verzweifeltes «Nein!», dann solltest Du Grösse zeigen. Oder Erbarmen. Oder so sein wie Roger und ich: D-Typen mit einem Schuss C.

Aussicht auf Wald
Erste Aussicht beim ersten Aufstieg Richtung Hub

Zusammen mit der Schweiz wollten wir uns am 1. August von unserer besten Seite präsentieren. Wir planten die bislang mit Abstand längste Tour mit den meisten Höhenmetern. Weil: «Vo nüüt chunnt nüüt». Schon die beiden happigen Aufstiege von Wald hoch zum Tänler und von der Hueb zur Schaufelberger Egg zeigten uns unsere (noch recht überschaubaren) Grenzen auf. Aber das Panorama dort oben mit Aussicht auf Pfäffiker-, Greifen– und Zürichsee war jeden einzelnen Schweisstropfen wert.

Getoppt wurde das Panorama vom darauffolgenden Singletrail zwischen Allmen und Ghöch. Einfach nur Rollenlassen, Gleichgewicht halten, Landschaft geniessen. DAS ist purer Bikegenuss. Quasi die Schokostreusel auf der Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Und auch die darauffolgende Abfahrt hinunter nach Steg war ganz nach unserem Gusto – anspruchsvoll, herausfordernd, aber nicht lebensmüde.

Der folgende Abschnitt von Steg der Töss entlang bis zur Tössscheidi diente dazu, die Beine zu lockern. Ein bequemes Einrollen auf «The Killer». Wer im Zürcher Oberland mit dem Bike unterwegs war/ist/sein wird, weiss, von welchem «Stutz» ich rede: Dem Aufstieg hoch zur Wolfsgrueb. Ihn hochzufahren – oder genauer: ihn zu bezwingen – kommt in der Bikeszene einem Ritterschlag gleich. Wer ihn schafft, gehört zur absoluten Elite.

Downhill nach Steg
Roger voll konzentriert in seinem Element

Unsere Aufnahme in diesen erlauchten Kreis lässt leider noch etwas auf sich warten. Wir sind gescheitert. Und das hat mehrere Gründe: ein zu langer Anlauf, zu warmes Wetter, mentale Schwäche, ungenügendes Material usw. usw. Wie bitte? Ok, zugegeben (zähneknirschend): Vielleicht auch etwas fehlende Kraft, fehlende Höhenmeter und fehlende Trainingskilometer.

Wolfsgrueb
Wegweiser, nach der bekannten Wand: Wolfsgrueb

Eigentlich hätte unsere Tour noch den Aufstieg von der Wolfsgrueb zur Farneralp vorgesehen, doch so «nudelfertig», wie wir jetzt schon waren, war es nur vernünftig, auf weitere «Sperenzchen» zu verzichten und wortwörtlich Gnade walten zu lassen. Als C/D-Typen fiel es uns leicht, Grösse zu zeigen, sprich die beinahe schnellstmögliche Abfahrt nach Wald zu wählen. Was uns aber nicht im Geringsten davon abhielt, uns dort in einem Café gegenseitig auf die Schultern zu klopfen: «Sehr cooli Tour! Super gsi!»

Wolfsgrueb Aussicht
Die Aussicht, bevor es nach Wald runter ging
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  1. Pingback: Was hat Liebe mit Mountainbike und Platten zu tun? – Bike 4 Plausch

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